Forstbetrieb Kalbeck

Seit Generationen wird in den Kalbecker Wäldern nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Der Forstbetrieb teilt sich hierbei in die Revierteile Kalbeck und Nierswalde auf. Die Gesamt-Betriebsfläche umfaßt etwa 875 ha. Von dieser Fläche steht jeder Quadratmeter unter Landschaftsschutz und lädt Naturfreunde und Erholungssuchende zum Verweilen ein. Bewaldet ist die Gesamtfläche zu etwa 55 % mit  Nadelholz und zu etwa 45 % mit Laubholz. Grundsätzlich wird dem Wald nur soviel entnommen, wie auch nachwächst.

Während das Revier in Nierswalde eine einzige geschlossene Fläche darstellt, finden sich in Kalbeck viele kleine Parzellen. Dies erklärt sich daraus, dass es sich vorwiegend um ehemaligen Bauernwald handelt.

Im Frühjahr 1945 geriet das Waldgebiet im Zuge der Kampfhandlungen am Niederrhein unter heftigen Atelleriebeschuß. Dies führte zu starken Splitterschäden in den Bäumen und damit zu einer kompletten Entwertung der Altbestände bzw. sämtlicher Bestände über dem Kulturalter.

Dieses Kriegsgeschehen bestimmt die gesamte Situation des Forstbetriebes seither und auch in der Zukunft. Die entwerteten Bestände wurden konsequent abgetrieben und vermarktet. In einer großartigen und bewunderungswürdigen Aktion entstanden nach und nach auf großer Fläche Kulturen und wurden großgezogen.

Bis zu 30 Holzarten wurden angebaut, so dass ein sehr vielgestaltiger Wald entstand, auf fast ganzer Fläche nun im Alter von 40-50 Jahren. Den Hauptanteil haben die Fichte und Douglasie mit gut 20 %. Es folgen Lärche, Kiefer, Buche und Eiche mit jeweils etwas über 10 %. Nur wenige Splitterbestände sind noch mit 34 ha und 5.000 fm Holz vorhanden. Bedeutsam sind auch die Roterlen, Birken und Pappeln auf 120 ha oder 14 % der Fläche. Diese liegen meist auf Bruchstandorten. Aus der Zeit der Lohrinden-Gewinnung existieren noch 36 ha Niederwald von Stieleichen im Alter von etwa 50-60 Jahren.

Diese Holzartenvielfalt wird später ein geschicktes Reagieren auf Marktschwankungen erlauben. Z.Z. ist das Geschehen ganz durch die fast einheitlich noch jungen Bestände charakterisiert. Diese bestimmen die Maßnahmen, die überwiegende Durchforstung und die Ertragslage durch den Absatz von schwachem Holz. Die Kultur- und Läuterungsphase ist mit Erfolg überstanden. Der Hiebsatz selbst liegt bei etwa 3 Festmeter pro ha.